Bischof Bode im Gespräch mit Attendorner Schülern

Bischof Franz-Josef Bode (2. v. re.) mit den Attendorner Schülern Sebastian Rabe, Anna Carla Kugelmeier und David Jansen.
Foto: Kugelmeier
Paderborn / Attendorn, 9. Dezember 2009. „Traumjob Bischof?“  Unter diesem Motto stand ein Podiumsgespräch, das eine Schülergruppe des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums am Nikolaustag mit dem Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode führte. Im Alten Kapitelsaal des Paderborner Doms diskutierten die Jugendlichen mit dem ehemaligen Paderborner Weihbischof über die Veränderungen im Bischofsamt vom Mittelalter bis heute.

Materieller Reichtum sei heute im Unterschied zum Mittelalter kein Kriterium mehr für eine Bischofsernennung, so Bischof Bode auf die scherzhafte Eingangsfrage, was er der katholischen Kirche denn finanziell eingebracht habe. Er selbst habe Erfahrungen in der Gemeindearbeit, aber auch wissenschaftliche Reputation in das Amt mitbringen können. Anders als seine mittelalterlichen Amtsvorgänger ziehe er im Übrigen auch nicht mehr als Heerführer ins Feld, um territoriale Streitigkeiten auszutragen. 

Die Schülergruppe, sonst spezialisiert auf Diskussionsrunden und Interviews mit Politikern wie Franz Müntefering, Volker Kauder, Rainer Brüderle und Oskar Lafontaine, nahm diesen Hinweis zum Anlass, nach dem heutigen Verhältnis von Kirche und Politik zu fragen. Bischof Bode erklärte, dass Politiker und Kirchenleute vieles gemeinsam hätten, denn beide träten für den Menschen ein. Verkündeter und gelebter Glaube habe immer auch eine politische Komponente. Umgekehrt komme kein Politiker ohne ein Wertefundament aus, das sich letztlich aus dem Glauben speise.

Auch auf aktuelle Themen ging die Gesprächsrunde ein. So zeigte der Bischof etwa für das kürzlich in der Schweiz per Volksabstimmung geforderte Minarettverbot kein Verständnis. Hier werde die Religionsfreiheit eingeschränkt. Das mache ihn traurig und sei zudem gefährlich. Das Argument, der Bau christlicher Kirchen werde in islamischen Ländern ebenfalls eingeschränkt, lasse er nicht gelten. Hier das eine gegen das andere aufzurechnen widerspreche den Glaubensgrundsätzen des Christentums.

Die Schüler kamen auch auf das Verhältnis der Kirche zu den Massenmedien zu sprechen und wollten wissen, was der Bischof denn von einer Verkündigung via Bildschirm halte. Hier zeigte sich Bischof Bode ganz auf der Höhe der Zeit. Eine Medienpräsenz von Bischöfen sei notwendig, sagte er, auch wenn ein Fernsehauftritt auch Probleme berge. Antworte er in einer TV-Talksendung auf irgendeine Frage, laufe er Gefahr, künftig auf dieses Thema reduziert zu werden. Von einem eigenen katholischen Fernsehsender halte er dagegen nichts, so Bode. Damit erreiche man nur eine sehr kleine Zielgruppe und hinke zudem der technischen Entwicklung hinterher. Viel wichtiger sei das Engagement der Kirche in Internetportalen und Communities – in eigenen, vor allem aber in etablierten wie „StudiVZ“. Dort eröffneten sich erheblich größere Chancen, besonders Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen.

Die Podiumsdiskussion bildete die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe öffentlicher Bischofsgespräche, mit denen das Erzbistum begleitend zu der Ausstellung „Für Königtum und Himmelreich“ an das Wirken des Paderborner Bischofs Meinwerk vor 1000 Jahren erinnert.

Text: Frank U. Kugelmeier, Attendorn



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